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!init OPT_STYLE="paper" |
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!define DOC_NAME "PApp - Perl-Anwendungen für die Zukunft des WWW" |
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!define DOC_AUTHOR "Marc Lehmann <pcg@goof.com>" |
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!build_title |
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H1: PApp - Wie beschreibt man ein Chamäleon? |
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PApp ist schwer zu beschreiben, da es sich nicht auf ein spezielles |
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Problem spezialisiert, sondern möglichst eine offene Universallösung sein |
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will. Unter anderem ist PApp: |
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- ein Embedded-Perl-Dialekt. Es gibt verschiedene Formen: Zum einen den |
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"literal programming style", der nicht XML-konform ist, sondern beliebige |
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Daten ausgeben kann und viele Möglichkeiten des Einbettens von Perl in |
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XML. Zum anderen einen Standard-XML-Dialekt, der eine Mischung aus beidem |
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darstellt. |
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- eine Bibliothek (aus vielen Perl-Modulen), die das Arbeiten in einer |
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CGI-artigen Umgebung erlauben. Die Umgebung hält sich mehr an Apache, ist |
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jedoch unabhängig davon, ob die PApp-Anwendung in einer CGI-Umgebung, |
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unter mod_perl oder (z.B.) unter CGI::SpeedyCGI ausgeführt wird. |
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- eine Bibliothek, die das Arbeiten mit HTML, XML, SQL und anderen, |
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häufig benutzten Umständlichkeiten vereinfacht. |
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- eine grosse "State-Maschine", die technisch getrennte Programmteile |
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(z.B. CGI) logisch zu {{einer}} Applikation zusammenfasst. |
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- ein XSLT-Stylesheet-Prozessor. Damit kann man Layout und Inhalt |
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voneinander trennen. Oder auch Ausgabeformat (PDF/HTML/XML etc.) vom |
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Layout. Oder vom Inhalt... Oder der Benutzersprache... |
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H2: Warum PApp geschrieben wurde |
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Grosse und kleine Applikationen für das WWW zu erstellen ist sehr |
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arbeitsaufwendig. Session-Variablen kennt Perl (zum Glück ;) nicht, |
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Session- und Usertracking natürlich auch nicht. Es gibt sehr gute |
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Module, die einem einen Teil der Arbeit abnehmen, aber es ist immer sehr |
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aufwendig und umständlich. Dies führt zu unübersichtlichen Programmen, |
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die noch dazu auf viele Dateien aufgeteilt sind, die nicht unbedingt der |
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inneren Logik des Programmes entsprechen. Auch Sicherheitsfehler (wie das |
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Übergeben von sicherheitsrelevanten Daten über {{hidden-fields}} oder |
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ähnliches) passieren schnell, schliesslich muss man sich bei jeder Seite |
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überlegen, wie man seine Daten weiterreicht. |
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Datenbankabfragen, das Einbauen des Layouts usw. sind sehr |
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umständlich. Internationalisierung existiert praktisch nicht. |
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PApp vereinfacht alle diese Probleme, indem es sie weitestgehend |
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automatisiert. |
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H1: Grundlegende PApp-Features oder "Nie wieder CGI" |
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Zunächst möchte ich einige der vielen Features von PApp vorstellen |
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(natürlich die wichtigsten ;). Wem das zu langweilig ist und erstmal |
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eine richtige PApp-Applikation sehen will, sollte zum nächsten Abschnitt |
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gehen, "Eine einfache Anwendung mit PApp". |
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H2: Applikationen statt Einzelseitenverwaltungsmonstren |
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Bei CGI oder anderen Schnittstellen ist die Sicht auf die Anwendung |
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protokollbedingt seitenbasiert - jede "logische" Seite ist eine Datei |
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oder eine Fallunterscheidung innerhalb der Datei - gemeinsame Komponenten |
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müssen in Bibliotheken (oder auch einfachen "Include"-Dateien; das ist im |
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Prinzip das gleiche) abgelegt werden, die auf jeder Seite erneut geladen, |
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konfiguriert und eingebaut werden müssen. Perl-Programme funktionieren |
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jedoch anders, da gibt es keine Zustände, die beim Anklicken wechseln, |
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sondern ein lineares Programm. Dies läßt sich zwar auch mit PApp nicht |
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verwirklichen, aber es tut sein Bestes, diese Einschränkungen aufzuheben, |
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indem es ganze Anwendungen bearbeitet: Ob mehrere Seiten in einer Datei |
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oder eine Seite auf mehrere Dateien verteilt wird ist in PApp egal. |
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H2: Development/Maintainance: Aktivposten statt Bremsklötzen |
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H3: Entwicklungshilfe |
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Programme müssen erst entwickelt werden. Dabei werden Fehler |
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gemacht. Daran ändert PApp nichts. Da bei PApp sehr viele Komponenten |
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zusammenwirken, können die Fehler entsprechend komplex sein. Eine gute |
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Unterstützung bei der Fehlersuche ist also wichtig. |
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Dies fängt damit an, dass die Zeilennummern des Quelltextes auch |
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nach Kompilieren von Perl/XML zu reinem Perl oder z.B. in ein XSLT |
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erhalten bleiben. Sollte ein Fehler auftreten, so hat man sofort Zugriff |
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auf die Quelldateien, einen kompletten Backtrace und natürlich die |
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State-Daten. Das Exception-System von PApp ist einfach zu benutzen (C<die> |
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genügt, will man es schöner haben benutzt man C<fancydie> ;) und |
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beliebig erweiterbar. |
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Im Betrieb will man natürlich keine ausführlichen Fehlermeldungen, |
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womöglich komplett mit Passwort der Datenbank usf... Deshalb |
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protokolliert PApp alle Fehler in eine SQL-Datenbank zusammen mit der |
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State-ID, so dass nur die Fehlerkategorie erscheint (plus ein nettes |
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Textfeld, in dem der Benutzer zusätzliche Informationen eingeben |
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kann). Solange die Seite nur wiederholbare Aktionen enthält, kann der |
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Entwickler den Fehler jederzeit reproduzieren. |
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H3: Datenbanken |
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Wie soll man ohne auskommen? Natürlich garnicht. In Perl gibt es ein ganz |
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wunderbares System (DBI!), um mehr oder weniger genormt auf SQL-Datenbanken |
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zugreifen zu können. Jetzt ist "nacktes" DBI recht umständlich, |
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zumindest für mich, für den vier Aufrufe pro SQL-Befehl entschieden |
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zu viel sind. Vor allem, wenn man diese aus effizienzgründen über das |
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Programm verstreuen muss (C<prepare> und C<execute>). |
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In PApp erledigt man die meisten Aufgaben mit der C<sql_exec>-Funktion |
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(den Rest erledigt man mit C<sql_fetch/fetchall/exists/insertid>). Der |
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folgende Aufruf beispielsweise ersetzt C<prepare>, C<bind_params>, |
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C<execute> und C<bind_columns>: |
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!block perl |
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my $st = sql_exec \my($p, $w), |
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"select purzel, wurzel from table |
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where name like ?", |
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$S{search}; |
| 118 |
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| 119 |
while ($st->fetch) { |
| 120 |
echo "$p, $w\n"; |
| 121 |
} |
| 122 |
!endblock |
| 123 |
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Der besondere Clou: Die SQL-Statements werden gecached, d.h. im |
| 125 |
Allgemeinen nur ein einziges mal C<prepare>d. Bei Datenbanken, die einiges |
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an Aufwand in diesem Schritt investieren (Stichwort Query-Optimizer) |
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ist das ein grosses Plus. Sogar bei Datenbanken, die dies nicht tun |
| 128 |
(z.B. MySQL) steigt die Geschwindigkeit merklich. Zudem stehen C<prepare> |
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und das C<execute> nicht mehr weit auseinander (Initialisierung |
| 130 |
vs. Benutzung!). |
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Bei Datenbanken, die eine Art "insertid" unterstützen (zum Glück fast |
| 133 |
alle), kann man diese nach einem C<INSERT> gleich mit abfragen: |
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| 135 |
!block perl |
| 136 |
my $id = sql_insertid |
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sql_exec "insert into tiere (name) values (?)", |
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"hase"; |
| 139 |
!endblock |
| 140 |
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| 141 |
Den Database-Handle habe ich übrigens nicht vergessen: Wenn man |
| 142 |
keinen angibt, wird ein Default-Handle benutzt. Geschickterweise wird |
| 143 |
dieser von PApp selbst gesetzt, so dass man sich im Normalfall noch |
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nicht einmal um die Datenbankverbindung kümmern muss (weil diese auf |
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dem Produktionssystem meistens andere Passwörter benötigt als auf |
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dem Entwicklungssystem, stellt man diese geschickterweise bei der |
| 147 |
Konfiguration der Applikation ein). |
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<<<admin.png>>> |
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H2: Trennung von Quelltext und Sprache |
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H3: XML |
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XML wird in mehreren Teilen von PApp unterstützt bzw. gefordert: Der |
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Standard-Dialekt von PApp ist in XML geschrieben, d.h. um "normale" |
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PApp-Applikationen zu schreiben muss man sich XML bedienen. Die Ausgabe |
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von PApp (meistens Text) ist beliebig, sofern man keine Stylesheets |
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benutzt. Tut man das, muss die Ausgabe natürlich in XML-Syntax sein. Und |
| 160 |
last-not-least gibt es ein PApp-Modul, mit dem man beliebige XML-Fragmente |
| 161 |
mit eingebettetem Perl-Quelltext bearbeiten/ausführen/anzeigen kann. |
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Die Entscheidung, XML so zentral einzusetzen, fiel mir nicht |
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leicht: Meiner Meinung nach ist XML wunderbar dafür geeignet, |
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Daten innerhalb von Programmen zu verarbeiten und vor allem |
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auszutauschen. Toll ist, dass Menschen XML notfalls lesen und auch |
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schreiben können. Ansonsten ist doch die Mächtigkeit von SGML (oder |
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etwas anderem) vorzuziehen. |
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XML jedoch hat bestechende Vorteile: HTML ist eine XML-Applikation (und |
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HTML ist wichtig ;); es existiert eine breite Unterstützung für XML; |
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es gibt bestehende Standards für Stylesheets, Layout, Metadaten und |
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mehr. Schliesslich ist XML auch noch sehr schnell. Nun ja. |
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Das hat mich trotzdem nicht davon abgehalten, noch etwas |
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draufzusetzen: Fast alle Dokumente können in einem "Meta-Format" mit |
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eingebettetem Perl-Quelltext geschrieben werden. Die Standard-Syntax |
| 178 |
dafür bedient sich vier sog. "Modus-Umschalter", die jeweils vom |
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"Verbatim" in den "Perl"-Modus bzw. zurück schalten: |
| 180 |
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| 181 |
!block verbatim |
| 182 |
<: schalte von HTML in Perl um |
| 183 |
<? wie <:, füge jedoch das Ergebnis in die Ausgabe ein |
| 184 |
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| 185 |
:> schalte in den HTML-Modus |
| 186 |
?> schalte in den interpolierten HMTL-Modus |
| 187 |
!endblock |
| 188 |
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| 189 |
Eine HTML-Seite kann man z.B. so schreiben: |
| 190 |
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| 191 |
!block perl |
| 192 |
<h1>Ein bisschen HTML</h1> |
| 193 |
<: echo "mit eingebautem perl" :> |
| 194 |
<: print "so gehts auch, ist aber unendlich wenig langsamer ;)" :> |
| 195 |
<?"So gehts am schnellsten":> |
| 196 |
<:for my $text (qw(Noch eine komische Methode)) { |
| 197 |
?>$text <: |
| 198 |
}:> |
| 199 |
!endblock |
| 200 |
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| 201 |
Die Modus-Umschalter verhalten sich dabei wie eine Statement-Grenze in Perl (also C<;>). |
| 202 |
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| 203 |
H3: I18n |
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| 205 |
I18n steht kurz für Internationalisierung: Das englische Wort |
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{{Internationalization}} hat 18 Buchstaben zwischen dem 'I' und dem |
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'n', und da das Wort für den Durchschnittsamerikaner viel zu lang und |
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kompliziert ist, hat man diese 18 Buchstaben einfach durch "18" ersetzt. |
| 209 |
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| 210 |
In Kontext von PApp bedeutet dies, dass beinahe überall Textmeldungen |
| 211 |
übersetzt werden können (wer das C<gettext>-Paket kennt, mit dem |
| 212 |
üblicherweise C-Programme internationalisiert werden, wird sich fast |
| 213 |
sofort Zuhause fühlen). Hier ist ein Beispiel: |
| 214 |
|
| 215 |
!block verbatim |
| 216 |
<h1>__"Contents"</h1> |
| 217 |
<:for (1..10) {:> |
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<?slink sprintf(__"Chapter %d", $i++), |
| 219 |
"view_chapter", chapterid => $i:> |
| 220 |
<:}:> |
| 221 |
!endblock |
| 222 |
|
| 223 |
Wie man sieht, kann man C<__"text"> sowohl im |
| 224 |
HTML/XML/wasauchimmer-Quelltext benutzen, als auch auf Perl-Ebene |
| 225 |
aufrufen. Die C<__>-Funktion erledigt dabei zwei Aufgaben: Zunächst |
| 226 |
werden damit Textkonstanten zum übersetzen {{markiert}}. Zur Laufzeit |
| 227 |
wird dann in der Übersetzungstabelle nachgesehen und der (evt.) |
| 228 |
übersetzte String zurückgeliefert. |
| 229 |
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| 230 |
Wenn man Daten z.B. aus einer Datenbank in eine Variable holt, darf man |
| 231 |
diese natürlich {{nicht}} markieren, da sie ja nur zur Laufzeit einen |
| 232 |
String {{enthält}}, selbst aber keine Textkonstante ist. In solchen |
| 233 |
Fällen verwendet man C<gettext>: |
| 234 |
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| 235 |
!block perl |
| 236 |
my $st = sql_exec \my($id, $name), "select id, name from table"; |
| 237 |
|
| 238 |
while ($st->fetch) { |
| 239 |
echo "<li>", gettext$name, "</li><br/>"; |
| 240 |
} |
| 241 |
!endblock |
| 242 |
|
| 243 |
In welche Sprache jeweils übersetzt wird, entscheidet bei HTTP die |
| 244 |
Einstellung des Browsers, wobei man zweckmässigerweise ein Menü |
| 245 |
anbietet, in dem der Benutzer dies überschreiben kann: |
| 246 |
|
| 247 |
!block perl |
| 248 |
<?slink "I want English", SURL_SET_LANG => "en":> |
| 249 |
<?slink "Deutsch willich!", SURL_SET_LANG => "de":> |
| 250 |
!endblock |
| 251 |
|
| 252 |
Auch die Spracheinstellung ist eine Preferences-Variable. Im Gegensatz |
| 253 |
zum C<gettext>-Paket müssen die Quelltexte nicht alle in einer Sprache |
| 254 |
sein. Bei C<gettext> ist das auch weniger ein Problem, da der Quellcode |
| 255 |
eines Programms meistens in einer (natürlichen) Sprache geschrieben |
| 256 |
wurde, in PApp kann man aber Seiten dynamisch einfügen oder Datenbanken |
| 257 |
übersetzen. Da diese meist nicht vom selben Team geschrieben werden, ist |
| 258 |
es nützlich, dort unterschiedliche Sprachen verwenden zu können. |
| 259 |
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| 260 |
<<<poedit1.png>>> |
| 261 |
<<<poedit2.png>>> |
| 262 |
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| 263 |
H3: Unicode / Zeichensatzunabhängigkeit |
| 264 |
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| 265 |
Intern unterstützt PApp genau zwei Datentypen (genau wie Perl |
| 266 |
selbst): {{Binärdaten}} und {{Text}}. Binärdaten verwendet man |
| 267 |
üblicherweise für Bilder, Datei-Downloads und ähnliches. Diese Daten |
| 268 |
werden von PApp nicht angerührt. |
| 269 |
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| 270 |
Ganz anders Text: Perl arbeitet intern mit Unicode, das z.Zt. entweder in |
| 271 |
ISO-8859-1 oder UTF-8 gespeichert wird. Dieser interne Zeichensatz ist |
| 272 |
völlig unabhängig von der Ausgabe, d.h. der Text wird bei der Ausgabe |
| 273 |
automatisch in den gewünschten Zeichensatz kodiert (das geschieht wieder |
| 274 |
Browser/Benutzer/Programmabhängig wobei von den gebräuchlichen Browsern |
| 275 |
nur Netscape und Lynx die entsprechenden Header liefern). Umgekehrt werden |
| 276 |
Formulardaten u.ä. automatisch in Unicode gewandelt, d.h. in C<%P> steht |
| 277 |
Unicode auch wenn der Browser ein Formular in ISO-2022-JP zurückgeschickt |
| 278 |
hat. |
| 279 |
|
| 280 |
Ein JPEG-Bild kann man z.B. so ausgeben: |
| 281 |
|
| 282 |
!block perl |
| 283 |
content_type "image/jpeg", undef; |
| 284 |
$gd->jpeg(80); |
| 285 |
!endblock |
| 286 |
|
| 287 |
Während man eine japanische Benutzerin vielleicht mit ISO-2022-JP |
| 288 |
zufriedenstellen kann: |
| 289 |
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| 290 |
!block perl |
| 291 |
content_type "text/html", "iso-2022-jp"; |
| 292 |
echo __"Hoffentlich war der Übersetzer fleissig"; |
| 293 |
!endblock |
| 294 |
|
| 295 |
H2: Trennung von Daten und Layout/Protokoll |
| 296 |
|
| 297 |
Sprache und Quelltext trennt PApp ja schon. Jetzt muss man noch das Layout |
| 298 |
vom eigentliche Programm bzw. das Protokoll von den eigentlichen Daten |
| 299 |
trennen. |
| 300 |
|
| 301 |
Mit XSLT-Stylesheets geht das. Und mehr: "Browser XYZ hat ein Problem? Ich |
| 302 |
fix' es im Stylesheet und vergesse es dann einfach." (z.B. sollte man |
| 303 |
leere HTML-Tabellenzellen für Netscape lieber mit einem C< > |
| 304 |
füllen). "Es soll WML (oder CHTML) sein? Ich weiss zwar nicht, wozu |
| 305 |
das ganze WML-Zeugs sinnvoll sein soll, aber dann mache ich halt' ein |
| 306 |
Stylesheet dafür." Und eine der wichtigsten Anwendungen: "Wir brauchen |
| 307 |
eine Version zum drucken. Dafür wandeln wir unser XML-Dokument in XSL" (und dann |
| 308 |
nach Latex, PDF...). |
| 309 |
|
| 310 |
Das bedeutet, dass man - Planung natürlich vorausgesetzt - einen hohen |
| 311 |
Grad an Protokollunabhängigkeit erreichen kann, ohne den Quelltext zu |
| 312 |
sehr mit Layout-Entscheidungen o.ä. belasten zu müssen. |
| 313 |
|
| 314 |
Leider gibt es noch keine Web-Designer, die XSLT statt HTML/CSS liefern, |
| 315 |
aber (meine) Vision des Webs der Zukunft sieht so aus: Der Server liefert |
| 316 |
XML zusammen mit einem XSLT (vom Designer), welches XSL erzeugt. Dieses |
| 317 |
wird dann angezeigt/gedruckt etc.a.. Metadaten (mit dem etwas besseren |
| 318 |
Nachfolger von RDF) gestatten dann Fragen wie: "Wer hat dieses Dokument |
| 319 |
geschrieben?", "Wozu dient es?" aber auch: "Wieso ist das Ding so bunt?". |
| 320 |
|
| 321 |
H2: Trennung von Funktionalität und Ausführungsumgebung |
| 322 |
|
| 323 |
Plattform-Unabhängigkeit: ein toller Begriff. Was bedeutet er? Nicht |
| 324 |
viel. Bei PApp bedeutet es, dass auf Unix-Abhängigkeiten möglichst |
| 325 |
verzichtet wurde und sich PApp nicht an einen bestimmten Server |
| 326 |
(z.B. Apache) bindet. In der Praxis kann man als Platform mod_perl oder |
| 327 |
CGI verwenden und für Unfälle wie Windoze schere ich mich einen Dreck |
| 328 |
(d.h. ich habe momentan nicht vor, für proprietäre Schnittstellen |
| 329 |
Module zu schreiben bzw. habe PApp nur mit den beschriebenen Plattformen |
| 330 |
getetst). Aber auch andere Umgebungen wie Text-Interfaces sind denkbar: Da |
| 331 |
PApp der Applikation immer eine gleichbleibende Umgebung anbietet, muss |
| 332 |
man lediglich ein Schnittstellenmodul schreiben. |
| 333 |
|
| 334 |
H2: Persistente Variablen für Sessions und User |
| 335 |
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| 336 |
PApp kümmert sich automatisch um persistente Variablen. So kann man |
| 337 |
automatisch Variablen erzeugen, die über eine gesamte Sitzung (die mit |
| 338 |
dem Aufruf der ersten URL beginnt und dann einen Baum bildet) persistent |
| 339 |
sind. Das geht so einfach, dass man spezielle Hilfsmittel braucht, um |
| 340 |
nicht an jeder Stelle der Sitzung Zugriff auf beinahe alles zu besitzen. |
| 341 |
|
| 342 |
Persistente Variablen gibt es in verschiedenen Geschmäckern. Es gibt: |
| 343 |
|
| 344 |
- Session-Variablen (sogenannte {{state keys}}), die über eine gesamte |
| 345 |
Sitzung erhalten bleiben. Diese werden im Hash C<%S> gespeichert. Man kann |
| 346 |
beliebige Werte darin ablegen (solange C<Storable> diese serialisieren |
| 347 |
kann). Meistens geschieht dies durch Anklicken eines Links, weniger |
| 348 |
häufig direkt. |
| 349 |
|
| 350 |
- Benutzerabhängige Variablen (die auch über Sitzungsgrenzen hinaus |
| 351 |
erhalten bleiben und deshalb {{preferences items}}, Voreinstellungen, |
| 352 |
heissen). Auch diese befinden sich in C<%S>, von wo sie automatisch in die |
| 353 |
Benutzerdatenbank wandern bzw, von dort gelesen werden. |
| 354 |
|
| 355 |
- Lokale Variablen ({{local keys}}) zu nur innerhalb einer Seite oder |
| 356 |
einer Gruppe von Seiten Bedeutung haben. Diese befinden sich ebenfalls in |
| 357 |
C<%S> und werden automatisch daraus entfernt. |
| 358 |
|
| 359 |
- oder beliebige Kombinationen davon. |
| 360 |
|
| 361 |
Ein Beispiel für eine Sitzungsvariable ist die Information, ob der |
| 362 |
Benutzer sich schon angemeldet/eingeloggt hat oder ob er bestimmte |
| 363 |
Zugriffsrechte besitzt. Eine benutzerabhängige Variable ist z.B. die |
| 364 |
Sprache, die der Benutzer zuletzt ausgewählt hat (global) oder die |
| 365 |
Anzahl der Tabellenzeilen, die der Benutzer gerne auf einer bestimmten |
| 366 |
Seite angezeigt haben möchte. Eine lokale Variable ist z.B. ein |
| 367 |
Datenbank-Objekt, das über mehrere Seiten (z.B. einer Transaktion) |
| 368 |
gebraucht wird und danach seine Gültigkeit verliert. |
| 369 |
|
| 370 |
Dadurch ergeben sich mehr Möglichkeiten, als man erwarten |
| 371 |
würde: Unabhängige Komponenten (z.B. Werbebanner oder Foren) sind auf |
| 372 |
normale Weise nur sehr schwer zu programmieren, da sie immer Hilfe vom |
| 373 |
"Hauptprogramm" erfordern, wenn es um die Parameterübergabe geht. In PApp |
| 374 |
benutzt man einfach persistente Variablen. |
| 375 |
|
| 376 |
Ein Beispiel für eine etwas ungewöhnlichere Komponente ist die |
| 377 |
{{editform}}-Bibliothek. Mit ihr kann man HTML-Formulare erstellen, die |
| 378 |
sich direkt an eine bestimmte Variable binden: |
| 379 |
|
| 380 |
!block perl |
| 381 |
ef_begin; |
| 382 |
ef_string \$S{search}; |
| 383 |
ef_end; |
| 384 |
!endblock |
| 385 |
|
| 386 |
Dieses Beispiel stammt von einer Seite, die Objekte aus einer Datenbank |
| 387 |
anzeigt und sich dabei auf solche beschränkt, die ein Suchwort |
| 388 |
enthalten. Das Formular bindet die State-Variable C<search> an ein |
| 389 |
HTML-Textfeld. Bei der Ausgabe wird der aktuelle Wert von C<$S{search}> |
| 390 |
benutzt. Ändert der Benutzer den Text und schickt das Formular ab wird |
| 391 |
die Seite neu aufgebaut - mit einem anderen Wert in C<$S{search}>. Da |
| 392 |
C<editform> beliebige Perl-Referenzen akzeptiert und man in PApp auch |
| 393 |
Referenzen auf Dateien, SQL-Spalten etc... erzeugen kann, werden viele |
| 394 |
Formulare zum Kinderspiel. |
| 395 |
|
| 396 |
Zusätzlich zu den Sitzungsvariablen gibt es noch sogenannte |
| 397 |
{{Argumente}}, die nur eine Seite lang "persistent" sind, d.h. bei einem |
| 398 |
Link auf eine andere Seite übergeben werden: |
| 399 |
|
| 400 |
!block perl |
| 401 |
echo slink "Klicken Sie hier", -argument1 => "wert1", var2 => "wert2"; |
| 402 |
!endblock |
| 403 |
|
| 404 |
Wenn man diesem Link folgt, steht der "wert1" im Hash C<%A> bzw. "wert2" |
| 405 |
im Hash C<%S>: |
| 406 |
|
| 407 |
!block perl |
| 408 |
printf "Das Argument argument1 ist %s, die State-Variable var2 ist %s", |
| 409 |
$A{argument1}, $S{var2}; |
| 410 |
!endblock |
| 411 |
|
| 412 |
Werte, die von "Aussen" (z.B. GET-Request in CGI) kommen, stehen, um die |
| 413 |
Verwirrung komplett zu machen, in C<%P>. Als Faustregel gilt: was in C<%S> |
| 414 |
und C<%A> steht ist sicher (bzw. man hat es selbst dorthin gepackt), was |
| 415 |
in C<%P> steht ist unsicher und muss erst gefiltert/geprüft werden. |
| 416 |
|
| 417 |
H2: Sicherheit |
| 418 |
|
| 419 |
In vielen CGI-Programmen (aber nicht nur dort) wird der Fehler |
| 420 |
begangen, sensitive Daten in {{hidden}}-Feldern in einem Formular zu |
| 421 |
"verstecken" oder sie in die URL zu kodieren um die Parameterübergabe zu |
| 422 |
realisieren. Dies ist in PApp nicht nötig, da der persistente 'State' in |
| 423 |
einer Datenbank gespeichert wird und nur der (mit 256 Bit verschlüsselte) |
| 424 |
Zeiger darauf zum Client übertragen wird. Dadurch werden sensitive Daten |
| 425 |
gar nicht erst zum Client übertragen, was natürlich auch Bandbreite |
| 426 |
spart. Sollte der Schlüssel einmal bekannt werden kann man zwar auf |
| 427 |
andere Sessions zugreifen, die Daten jedoch immer noch nicht verändern |
| 428 |
(dieser Fall tritt beispielsweise auch auf, wenn ein kaputtes Proxy |
| 429 |
zwischen Server und Client sitzt). |
| 430 |
|
| 431 |
Eine typische PApp-URL sieht übrigens so aus (Applikation "kis", Modul |
| 432 |
"abteilungswahl"): |
| 433 |
|
| 434 |
!block verbatim |
| 435 |
/kis/abteilungswahl/NIlRSJNDIfP3AHfVjxLF5F |
| 436 |
!endblock |
| 437 |
|
| 438 |
Da eine "Seite" in PApp aus einem Modulbaum besteht, geht es auch |
| 439 |
komplizierter: |
| 440 |
|
| 441 |
!block verbatim |
| 442 |
/exec/admin/+admin=poedit+poedit=view--?papp=eTDgL.I-lj9O9lTO3wznTk |
| 443 |
!endblock |
| 444 |
|
| 445 |
Zusammen mit einem sicheren Transportprotokoll (z.B. SSL, wobei die |
| 446 |
meisten Browser nur ungenügend oder garnicht gegenüber Attacken |
| 447 |
schützen, nur so am Rande ;) schützt man sich damit gegen alle Seiten. |
| 448 |
|
| 449 |
Benutzerauthentifizierung über Zertifikate ist auch im Einsatz: Mit |
| 450 |
dem C<ssl>-Modul von Stefan Traby gibt es seit neuestem eine komplette, |
| 451 |
transparente SSL-Integration in das PApp User-Management: Nach |
| 452 |
einem "<:ssl_user_needed:>" hat man beispielsweise eine garantierte |
| 453 |
SSL-Session mit User-Zertifikat und einem eindeutigen PApp-user. Das |
| 454 |
CA-Management-Tool ist in Vorbereitung. |
| 455 |
|
| 456 |
<<<janman.png>>> |
| 457 |
|
| 458 |
H2: Session/User-tracking |
| 459 |
|
| 460 |
Persistente Variablen erfordern Session-Tracking. Benutzerabhängige |
| 461 |
Einstellungen (Preferences) darüber hinaus auch User-Tracking. Ersteres |
| 462 |
geschieht mit einer Session-ID, die (auf verschiedene Arten) in die |
| 463 |
URL-kodiert wird und die alle notwendigen Daten enthält, um die |
| 464 |
gewünschte Seite komplett zu erzeugen. Darüber hinaus wird (optional) |
| 465 |
ein Cookie benutzt, das aber z.Zt. nur zum identifizieren des Benutzers |
| 466 |
dient, da ich Session-Definitionen über Cookie als Unsinn erachte. Das |
| 467 |
Cookie wird auch nur einmal am Tag gesetzt, so dass man auch mit der |
| 468 |
Browser-Einstellung "vor Cookies warnen" arbeiten kann. |
| 469 |
|
| 470 |
Eine Anwendung wird darüber informiert, ob eine neue Session begonnen |
| 471 |
wurde oder ob sich ein bisher unbekannter Benutzer angemeldet hat, so dass |
| 472 |
man Benutzereinstellungen o.ä. initialisieren kann. Dies nützt PApp |
| 473 |
selbst, um sich z.B. die gewünschte Sprache des Benutzers zu merken oder |
| 474 |
um das User-Cookie nur einmal täglich zu setzen. |
| 475 |
|
| 476 |
Eine "Sitzung" ist übrigens ein Baum (nicht nur in PApp), der mit dem |
| 477 |
ersten "Hit" als Wurzel beginnt. Dadurch ist es unter anderem möglich, |
| 478 |
die Anzahl der "Reloads" einer Seite zu bestimmen. Dies ist nützlich, |
| 479 |
um potentiell gefährliche Aktionen (z.B. Löschen von Datenbanken, |
| 480 |
abschicken von E-mails) nur einmal auszuführen. |
| 481 |
|
| 482 |
H2: Benutzerverwaltung |
| 483 |
|
| 484 |
Da PApp Benutzer (mehr oder weniger) eindeutig identifizieren muss, |
| 485 |
implementiert es intern eine eigene Benutzerverwaltung inklusive einer |
| 486 |
Unix-artigen Rechtevergabe (es gibt allerdings keinen Super-User im |
| 487 |
Unix-Sinne). In vielen Anwendungen kann man diese gleich mitbenutzen, da |
| 488 |
eine eindeutige Benutzer-ID automatisch vergeben wird. |
| 489 |
|
| 490 |
!block verbatim |
| 491 |
Sie sind wahrscheinlich Benutzer Nummer <?$userid:><br/> |
| 492 |
#if auth_p |
| 493 |
Und ausserdem haben sie sich authentifiziert.<br/> |
| 494 |
# if access_p "admin" |
| 495 |
Oh, und "admin"-Rechte besitzen Sie auch noch! Meine Güte!!<br/> |
| 496 |
# endif |
| 497 |
#endif |
| 498 |
!endblock |
| 499 |
|
| 500 |
H2: Geschwindigkeit und Skalierbarkeit |
| 501 |
|
| 502 |
Geschwindigkeit war bei der Implementierung von PApp das zweitwichtigste |
| 503 |
Ziel (Korrektheit ist das wichtigste ;). Als Marke dient mir ein |
| 504 |
Pentium-II 266Mhz-Rechner, auf dem auch komplexe Seiten mit mindestens 15 |
| 505 |
Hits/Sekunde dargestellt werden, bzw. der Vergleich mit einem ähnlichen |
| 506 |
C<Apache::Registry>-Skript. |
| 507 |
|
| 508 |
Das State-Management von PApp verschlingt pro Seite 1-3 Datenbankzugriffe, |
| 509 |
die die Zeit bei weitem dominieren (andere Features wie I18n sind im |
| 510 |
Prinzip kostenlos). Da komplexe Seiten im Allgemeinen wesentlich mehr und |
| 511 |
kompliziertere Zugriffe enthalten bzw. man ja irgendwie seine Daten |
| 512 |
speichern muss, ist dies in der Praxis selten eine Einschränkung |
| 513 |
(Ausnahmen gab und gibt es immer). Andere PApp-Features (z.B. im |
| 514 |
SQL-Bereich) bringen häufig sogar eine Steigerung der Geschwindigkeit. |
| 515 |
|
| 516 |
Da ich bisher keine Seite fabrizieren konnte, die die 15 Zugriffe/s-Marke |
| 517 |
unterschritten hätte, glaube ich noch etwas Spielraum für noch mehr |
| 518 |
Features zu haben. Wer sich übrigens fragt, woher diese magische Grenze |
| 519 |
von 15 Hits/s kommen: 15 Hits ist die Marke, die einen wirklich grossen |
| 520 |
Server von den 99.99% der restlichen Welt unterscheidet. Hat man auf |
| 521 |
seinem Server 15 oder mehr Zugriffe pro Sekunde kann man sich meistens |
| 522 |
auch eine schnellere Datenbank oder mehrere Rechner leisten: PApp skaliert |
| 523 |
problemlos auf mehrere Maschinen oder SMP-Rechner. |
| 524 |
|
| 525 |
H2: Ideen, Ideen: z.B. "tied forms" |
| 526 |
|
| 527 |
Ich habe es schon angesprochen: Persistenz von fast allem, zusammen mit |
| 528 |
den Möglichkeiten von Perl können einen schon auf Ideen bringen, z.B. |
| 529 |
auf eine Bibliothek (editform), die HTML-Formularfelder an Perl-Refrenzen |
| 530 |
bindet. |
| 531 |
|
| 532 |
Nun ist es an der Zeit, einmal eine Referenz auf eine SQL-Tabelle zu |
| 533 |
erzeugen: |
| 534 |
|
| 535 |
!block perl |
| 536 |
<: |
| 537 |
my $row = new PApp::DataRef 'DB_row', |
| 538 |
table => "user", |
| 539 |
where => [id => $userid], |
| 540 |
delay => 1, |
| 541 |
autocommit => 1; |
| 542 |
|
| 543 |
# pre-set name |
| 544 |
$row->{name} ||= "<username>"; |
| 545 |
|
| 546 |
ef_begin; |
| 547 |
:><br>__"ID:" <?ef_string \$row->{id} , 5:><: |
| 548 |
:><br>__"Name:" <?ef_string \$row->{name}, 20:><: |
| 549 |
ef_submit __"Update"; |
| 550 |
ef_end; |
| 551 |
:> |
| 552 |
!endblock |
| 553 |
|
| 554 |
Die Referenz auf die Zeile steht in C<$row> und verhält sich wie eine |
| 555 |
Referenz auf einen herkömmlichen Perl-Hash. Das C<autocommit> sorgt |
| 556 |
dafür, dass die geänderten Daten automatisch zurückgeschrieben werden |
| 557 |
sobald das C<$row>-Objekt gelöscht wird (ausser Scope geht, C<DESTROY>ed |
| 558 |
wird). Sie ist lokal (C<my>!) gespeichert, da aber die C<ef_>-Funktionen |
| 559 |
die Referenz persistent speichern, wird das Objekt erst auf der nächsten |
| 560 |
Seite (also nachdem die Ergebnisse hineingeschrieben wurden!) zerstört, |
| 561 |
bzw. die Daten geschrieben. Etwas kompliziert, aber zum benutzen muss man |
| 562 |
die Details ja auch nicht kennen. |
| 563 |
|
| 564 |
Nun macht das Beispiel keine Fehlerüberprüfung, meistens das |
| 565 |
schwierigste. Mit PApp kein Problem. Zuerst schalten wir das C<autocommit> |
| 566 |
ab, damit die Daten nicht "aus Versehen" geschrieben werden. Ausserdem |
| 567 |
übergeben wir die Referenz als Argument an die "nächste" Seite. |
| 568 |
|
| 569 |
!block perl |
| 570 |
<: |
| 571 |
my $row = $A{row} |
| 572 |
|| new PApp::DataRef 'DB_row', |
| 573 |
table => "user", |
| 574 |
where => [id => $userid], |
| 575 |
delay => 1, |
| 576 |
autocommit => 0; |
| 577 |
|
| 578 |
ef_begin -row => $row; # Daten als Argument übergeben |
| 579 |
!endblock |
| 580 |
|
| 581 |
Nun brauchen wir ein Flag, das uns sagt, ob der Datensatz fehlerhaft ist |
| 582 |
und schon können wir loslegen: |
| 583 |
|
| 584 |
!block perl |
| 585 |
my $err = 0; # Daten fehlerhaft? |
| 586 |
|
| 587 |
:><br/>__"ID:" <?ef_string \$row->{id} , 5:><: |
| 588 |
#if $row->{id} !~ /^(\d+)$/ |
| 589 |
<error>__"The ID must be an integer!"</error> |
| 590 |
<:$err++:> |
| 591 |
#endif |
| 592 |
:><br/>__"Name:" <?ef_string \$row->{name}, 20:><: |
| 593 |
#if 2 > length $row->{name} |
| 594 |
<error>__"The Name must contain at least two characters!"</error> |
| 595 |
<:$err++:> |
| 596 |
#endif |
| 597 |
ef_submit __"Update"; |
| 598 |
ef_end; |
| 599 |
!endblock |
| 600 |
|
| 601 |
Die Daten schreibt man dann bei Bedarf in die Datenbank: |
| 602 |
|
| 603 |
!block perl |
| 604 |
#if $row->dirty |
| 605 |
# if $err |
| 606 |
<error>__"The entered Data is invalid, please surrender or die (or correct it ;)</error> |
| 607 |
# else |
| 608 |
<:$row->flush:> |
| 609 |
__"The record has been updated." |
| 610 |
# endif |
| 611 |
#endif |
| 612 |
:> |
| 613 |
!endblock |
| 614 |
|
| 615 |
H2: "Web-Widgets" |
| 616 |
|
| 617 |
Eine relativ neue "Neuerung" in PApp ist die Einführung von |
| 618 |
Web-Widgets. Wie so vieles sind das keine speziellen Objekte, sondern eine |
| 619 |
Art der Programmierung, die zwar schon immer möglich war, aber an die man |
| 620 |
nicht sofort denkt. |
| 621 |
|
| 622 |
Statt einer ganzen Applikation, die "ganze Seiten" (z.B. ganze |
| 623 |
HTML-Seiten) ausgibt, schreibt man eine Applikation, die nur noch |
| 624 |
Teilseiten ausgibt, die man in größere Applikationenn einbaut. Dies ist |
| 625 |
nicht das gleiche wie ein "include": Der Namensraum (globale Variablen, |
| 626 |
state-keys, also Session-Variablen und Preferences) einer solchen |
| 627 |
eingebetteten Applikation ist getrennt von der einbettenden Anwendung und |
| 628 |
bildet eine Art "Unternamensraum". |
| 629 |
|
| 630 |
Derlei eingebettete Anwendungen sind vollkommen autark, haben ihren |
| 631 |
eigenen Zustand ("aktuelle Seite") und können ihre eigenen Formulare, |
| 632 |
Links etc. erzeugen die mit anderen Applikationen nicht kollidieren. In |
| 633 |
einer Anwendung verwende ich dasselbe Forum-Element, um "Web Chat", |
| 634 |
"Kleinanzeigen" und eine "News!"-Seite zu implementieren - jedesmal eine |
| 635 |
leicht andere Konfiguration aber derselbe Code. |
| 636 |
|
| 637 |
Da PApp-Applikationen im Prinzip nur grosse Statemaschinen sind (das ist |
| 638 |
eine Einschränkung der verwendeten Protokolle, d.h. bis Perl effektive |
| 639 |
und schnelle continuations bekommt ;), kann man sie auch einfach in andere |
| 640 |
einbauen. Sie können sich gegenseitig beeinflussen, treten sich aber |
| 641 |
nicht auf die Füsse. |
| 642 |
|
| 643 |
Also im Prinzip genauso wie ein "Widget" in X11 oder gtk+. |
| 644 |
|
| 645 |
H2: Logging/Protokollierung |
| 646 |
|
| 647 |
PApp protokolliert wesentlich mehr, als man benötigt, legal wäre, und |
| 648 |
speicherbar wäre. Da PApp jederzeit in der Lage sein muss, eine ältere |
| 649 |
Seite zu regenerieren ("Back & Reload"), speichert es pro Seite die |
| 650 |
persistenten Variablen (ca. 300-900 Byte, je nach Applikation, das ist, |
| 651 |
wie gesagt, auch eine tolle Sache zum debuggen). |
| 652 |
|
| 653 |
Aber irgendwann müssen diese Daten wieder weg bzw. statistische Daten |
| 654 |
her - nichts ist interessanter, als Zugriffsmuster, Voreinstellungen oder |
| 655 |
ähnliches, an dem man ablesen kann, welche Dinge beliebt sind und welche |
| 656 |
nicht (klar, man kann auch ganz andere Sachen auswerten, aber das ist |
| 657 |
nicht mein Problem). |
| 658 |
|
| 659 |
Beim Aufräumen spielt PApp die einzelnen Zugriffe noch einmal |
| 660 |
durch. Statt jedoch Seiten zu erzeugen gibt PApp den einzelnen |
| 661 |
Applikationen die Möglichkeit, statistische Daten zu sammeln. Etwas |
| 662 |
undokumentierter (wenn es da Abstufungen gibt) ist die Möglichkeit, |
| 663 |
globale Daten zu sammeln, aber es geht... |
| 664 |
|
| 665 |
H1: Eine einfache Anwendung mit PApp |
| 666 |
|
| 667 |
Jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage: Wie sieht so ein PApp-Programm |
| 668 |
aus? Nun, meistens so: |
| 669 |
|
| 670 |
H2: Das Hauptprogramm |
| 671 |
|
| 672 |
!block verbatim |
| 673 |
<package name="demo"> <domain lang="en"> |
| 674 |
|
| 675 |
<database dsn="DBI:mysql:demodb"/> |
| 676 |
|
| 677 |
<translate fields="project.name place.name" lang="de"/> |
| 678 |
<translate fields="project.description" lang="*" style="auto"/> |
| 679 |
|
| 680 |
<import src="macro/util"/> |
| 681 |
|
| 682 |
<include src="demo/somepages"/> |
| 683 |
|
| 684 |
</domain> </package> |
| 685 |
!endblock |
| 686 |
|
| 687 |
Hmm... das ist also erstmal XML mit furchtbar vielen neuen |
| 688 |
Elementen. Normalerweise kopiert man sich einfach ein anderes Programm |
| 689 |
und schreibt nicht alles neu. Gut: zuersteinmal das C<package>-Element: |
| 690 |
damit wird - genau wie in Perl - ein neuer Namensraum erzeugt, der sowohl |
| 691 |
normale Package-Variablen als auch State-Variablen enthält. Nicht jedes |
| 692 |
Programm muss einen eigenen Namensraum öffnen. |
| 693 |
|
| 694 |
Das nächste Element, C<domain>, aktiviert die Übersetzungen: Alle |
| 695 |
markierten Texte werden unter einem Namen, der C<domain> |
| 696 |
gebündelt. Beispielsweise befinden sich alle Texte des PApp-Systems |
| 697 |
selbst in der "papp"-Domain. Da im Beispiel kein Domainname angegeben |
| 698 |
wird, nimmt PApp den Namen des umschliessenden C<package>-Elements, d.h. |
| 699 |
wir definieren hier eine Übersetzungsdomain "demo". |
| 700 |
|
| 701 |
Das nächste Element deklariert die Standarddatenbank: Wird die |
| 702 |
Datenbankhandle bei SQL-Abfragen weggelassen, wird diese Datenbank |
| 703 |
benutzt. Normalerweise deklariert man Datenbanken aber nicht im Quellcode, |
| 704 |
sondern beim Einrichten der Anwendung im Konfigurationsmenü. |
| 705 |
|
| 706 |
Zu den nächsten beiden Elementen muss ich etwas über das Programm |
| 707 |
erklären, das ich hier entwickeln möchte: Das Demo-Programm sollte |
| 708 |
kurz sein und die wichtigsten Features von PApp zeigen. Es wird aus drei |
| 709 |
(Web-) Seiten bestehen, eine Art Hauptseite mit einem Menü und zwei |
| 710 |
Unterseiten, auf denen man ein Projekt auswählen kann (ein Projekt ist |
| 711 |
ein einfacher Datensatz in der Datenbank, der den Projektnamen, den |
| 712 |
Ort und die Beschreibung enthält). Auf der dritten Seite kann man die |
| 713 |
einzelnen Felder eines Projektes ansehen und ändern. |
| 714 |
|
| 715 |
Als besonders überflüssiger Schnickschnack sollen die Projektdaten |
| 716 |
übersetzbar sein, d.h. in der Sprache des Benutzers angezeigt werden. Das |
| 717 |
ist nicht sehr wirklichkeitsnah, gibt dafür aber ein sehr simples |
| 718 |
Beispiel ab. |
| 719 |
|
| 720 |
Da die Projektdaten in der Datenbank gespeichert sind, kann man |
| 721 |
sie nicht einfach mit C<__"xxx"> markieren, sondern braucht ein |
| 722 |
C<translate>-Element. Wo PApp die Übersetzungen herbekommt, ist relativ |
| 723 |
egal, man muss PApp nur sagen, wie es an die Texte herankommt und in |
| 724 |
welcher Sprache sie sind. |
| 725 |
|
| 726 |
Das erste C<translate>-Element sagt, dass die Spalten C<name> in der |
| 727 |
Tabelle <project> und die Spalte C<name> in der Tabelle C<place> in |
| 728 |
Deutsch sind und dementsprechend in andere Sprachen zu übersetzen sind. |
| 729 |
|
| 730 |
Das zweite C<translate>-Element ist schon komplizierter: Nicht alle |
| 731 |
Projektbeschreibungen sind in derselben Sprache (behaupte ich einfach |
| 732 |
mal), weshalb als Sprache C<*> angegeben wird. Das bedeutet lediglich, |
| 733 |
dass {{alle}} Übersetzer diese Texte übersetzen müssen. Wenn der |
| 734 |
Englisch-Deutsch-Übersetzer also auf einen Deutschen Text stößt, muss |
| 735 |
er ihn einfach überspringen. Wäre die Spalte als "de" (oder "deu") |
| 736 |
markiert, würde er sie garnicht erst zu Gesicht bekommen. |
| 737 |
|
| 738 |
Da Beschreibungen ausserdem sehr lang sein können, erhält man mit |
| 739 |
C<style="auto"> die Möglichkeit, die C<__"xxx">-Syntax auch in |
| 740 |
den Beschreibungen zu verwenden. Dies kann man auch für einfache |
| 741 |
Textbausteine mißbrauchen... |
| 742 |
|
| 743 |
Das darauffolgende C<import>-Element ist wieder etwas einfacher: es |
| 744 |
entspricht mehr oder weniger der C<use>-Anweisung in Perl (in genau die |
| 745 |
wird es auch übersetzt), bezieht sich aber auf PApp-Dateien. Damit |
| 746 |
kann man Funktionen aus anderen (PApp-) Namensräumen importieren. Im |
| 747 |
vorliegenden Fall importiere ich einfach mal das C<macro/util>-Paket, das |
| 748 |
sich immer wieder grosser Beliebtheit erfreut. |
| 749 |
|
| 750 |
Das letzte Element tut zur Abwechslung genau das, was es sagt: es |
| 751 |
fügt (logisch gesehen) eine andere Datei an dieser Stelle ein. Die |
| 752 |
Entscheidung, die folgenden Seiten in eine andere Datei auszulagern, lohnt |
| 753 |
sich normalerweise nur für grössere Programme, aber so bleibt das |
| 754 |
Beispiel klein. |
| 755 |
|
| 756 |
Bis jetzt tut sich noch nichts. Ändern wir das: |
| 757 |
|
| 758 |
H2: Das erste PApp-Modul |
| 759 |
|
| 760 |
Einzelne Zustände (z.B. Webseiten) werden bei PApp "Module" genannt, wohl |
| 761 |
einzig um die Anwender zu verwirren. Diese Module werden meist in andere |
| 762 |
Elemente (C<domain>, C<package>, C<style> etc..) verpackt, die auf die |
| 763 |
Sete auf verschiedenste Weise einwirken. |
| 764 |
|
| 765 |
Ausführbaren Code kann man grundsätzlich in zwei Formen |
| 766 |
angeben: Normaler Perl-Code und Perl-Code gemischt mit Text (also wie bei |
| 767 |
anderen embedded-Dialekten): |
| 768 |
|
| 769 |
!block verbatim |
| 770 |
<module name=""><phtml><![CDATA[ |
| 771 |
<html> <title> |
| 772 |
__"PApp - demo", <?localtime:> |
| 773 |
</title> |
| 774 |
|
| 775 |
<?slink "Deutsch", "/lang" => "de":> |
| 776 |
<?slink "English", SURL_SET_LANG, 'en':> |
| 777 |
|
| 778 |
<p><?slink __"To the editor", "editor":> |
| 779 |
<p><?slink __"Edit project 1", "editor", projectid => 1:> |
| 780 |
|
| 781 |
</html> |
| 782 |
]]></phtml></module> |
| 783 |
!endblock |
| 784 |
|
| 785 |
Zuerst zum C<module>-Element: Jedes Modul besitzt einen eindeutigen |
| 786 |
Namen. Das Standardmodul (das angezeigt wird, wenn nichts spezielles |
| 787 |
ausgewählt ist, also sozusagen die Startseite) ist das Modul mit dem |
| 788 |
leeren Namen: C<"">. |
| 789 |
|
| 790 |
Das Ergebnis eines Moduls sind die Ausgaben, die darin gemacht werden |
| 791 |
(z.B. mit C<printf> oder dem PApp-C<echo>). Die Ausgabe des obersten |
| 792 |
Moduls (im Baum) wird an den Browser geschickt. Für Ausgabe braucht man |
| 793 |
Perl und das habe ich in ein C<phtml>-Element gepackt (für verbatimen |
| 794 |
Perl-code würde man ein C<perl>- oder C<xperl>-Element verwenden, für |
| 795 |
Perl gemischt mit XML gibt es noch C<pxml>). |
| 796 |
|
| 797 |
Innerhalb des C<phtml>-Elementes darf nur eine Zeichenkette stehen, die |
| 798 |
ausgegeben wird. Da wir innerhalb der Zeichenkette Perl einbetten wollen |
| 799 |
und die Modus-Umschalter {{kein}} gültiges XML sind, muss der Inhalt |
| 800 |
geschützt werden, in diesem Fall mit einem C<CDATA> (die Verwendung von |
| 801 |
Abkürzungen in VI o.ä. empfiehlt sich ;). |
| 802 |
|
| 803 |
Da dies das oberste Modul ist und wir (noch) kein Stylesheet verwenden, |
| 804 |
müssen wir eine ganz HTML-Seite ausgeben. Als Titel nehmen wir den Text |
| 805 |
C<PApp-demo>, der übersetzt werden muss sowie, weil es so schön ist, die |
| 806 |
aktuelle Uhrzeit. Dies geschieht mit einem {{C:<?}}: Der Ausdruck (hier |
| 807 |
C<localtime>) wird in einem skalaren Kontext ausgewertet und das Ergebnis |
| 808 |
ausgegeben. |
| 809 |
|
| 810 |
Die nächste Code-Zeile ist interessanter: |
| 811 |
|
| 812 |
!block verbatim |
| 813 |
<?slink "Deutsch", "/lang" => "de":> |
| 814 |
!endblock |
| 815 |
|
| 816 |
C<slink> ist PApps Art, eine Hypertext-Referenz (C<A>-Element) zu |
| 817 |
erzeugen. C<slink> erwartet als erstes Argument den Inhalt des Verweises |
| 818 |
(der Text, den der Benutzer "anklicken" muss) und daraufhin die |
| 819 |
sogenannten C<surl>-Argumente, die bei vielen PApp-Funktionen angegeben |
| 820 |
werden können. C<surl>-Argumente sind im wesentlich "Name => Wert"-Paare, |
| 821 |
die dem Zielmodul als Argumente übergeben werden können. Im Beispiel |
| 822 |
ist das die Variable C</lang> (der Slash am Anfang markiert eine globale |
| 823 |
Variable), die auf den Wert "de" gesetzt wird. Das Ergebnis ist, dass |
| 824 |
Textmeldungen nun auf Deutsch übersetzt werden. |
| 825 |
|
| 826 |
!block verbatim |
| 827 |
<?slink "English", SURL_SET_LANG, 'en':> |
| 828 |
!endblock |
| 829 |
|
| 830 |
Neben Argumenten kann man auch bestimmte "Cookies" in die |
| 831 |
C<surl>-Argumente einbauen. C<SURL_SET_LANG> z.B. setzt die Sprache auf |
| 832 |
den folgenden Wert und speichert ausserdem die Voreinstellungen ab, |
| 833 |
d.h. die Sprachwahl ist nun permanent. Neben C<SURL_SET_LANG> gibt es |
| 834 |
noch eine ganze Reihe weitere "Cookies" wie z.B. C<SURL_EXEC>, mit dem |
| 835 |
man bei Auswahl des Links eine Unterroutine aufrufen lassen kann oder |
| 836 |
C<SURL_STYLE_GET>, mit dem man den Stil der URL einmalig überschreiben |
| 837 |
kann. Die nächste Zeile bringt eine weitere Erweiterung: |
| 838 |
|
| 839 |
!block verbatim |
| 840 |
<p><?slink __"To the editor", "editor":> |
| 841 |
!endblock |
| 842 |
|
| 843 |
Bisher wurde kein {{Ziel}} für den Link angegeben. In solchen Fällen |
| 844 |
nimmt PApp die aktuelle Seite (das aktuelle Modul) als Ziel, d.h. sie wird |
| 845 |
einfach neu geladen (bei Sprachänderungen etc. ja gewünscht). Möchte |
| 846 |
man ein anderes Modul ansteuern, gibt man einfach den Namen des Moduls an, |
| 847 |
z.B. C<"editor">. Ein "Klick" auf den Link (oder das Laden der URL, wie |
| 848 |
auch immer das geschieht) ruft dann das C<editor>-Modul auf. |
| 849 |
|
| 850 |
Das "Ziel" muss auch nicht immer ein Modulname sein, es geht auch |
| 851 |
komplizierter: C<"admin,user/edit,group/"> z.B. verzweigt auf das |
| 852 |
C<admin>-Modul und gleichzeitig in einem eingebetteten Widget C<user> auf |
| 853 |
das Modul C<edit>, während es im Widget C<group> auf das Hauptmodul (das |
| 854 |
mit dem leeren String als Namen) schaltet. Aber das braucht man wirklich |
| 855 |
nur in grossen Projekten ;). |
| 856 |
|
| 857 |
Ziel und Argumente kann man natürlich kombinieren: |
| 858 |
|
| 859 |
!block verbatim |
| 860 |
<p><?slink __"Edit project 1", "editor", projectid => 1:> |
| 861 |
!endblock |
| 862 |
|
| 863 |
Hier wird dieselbe Seite (C<editor>) angesteuert, dieses mal wird jedoch |
| 864 |
ein Argument übergeben. Beim Aufruf wird dieses Argument in den State |
| 865 |
geschrieben, steht dem C<editor>-Modul also als C<$S{projectid}> zur |
| 866 |
Verfügung. Manchmal möchte man einfach nur ein Argument übergeben, |
| 867 |
dass nicht im State endet, d.h. nicht persistent ist. In diesem Fall |
| 868 |
kann man vor den Namen ein '-' stellen, der Wert landet dann nicht in |
| 869 |
C<%S> sondern in C<%A> und wird nach dem Aufruf weggeworfen. Eine dritte |
| 870 |
Möglichkeit ist es, eine Referenz auf einen Skalar anzugeben (der |
| 871 |
natürlich persistent sein muss, sonst existiert er beim Aufruf nicht |
| 872 |
mehr). |
| 873 |
|
| 874 |
Die Werte dürfen beliebige Perl-Referenzen sein, solange sie |
| 875 |
serialisierbar sind. In PApp gehören Code-Referenzen und (PApp-) |
| 876 |
Datenbankhandles übrigens zu den serialisierbaren Datentypen, wenn man |
| 877 |
etwas Vorsicht walten lässt. |
| 878 |
|
| 879 |
Der erste Link auf C<editor> soll, da er kein Projekt auswählt, eine |
| 880 |
Liste aller Projekte zeigen während der zweite ein spezielles Projekt |
| 881 |
(das hoffentlich existiert) anzeigen soll. Damit wäre die erste Seite |
| 882 |
erklärt, schreiten wir zum C<editor>-Modul: |
| 883 |
|
| 884 |
H2: Das C<editor>-Modul |
| 885 |
|
| 886 |
Ich gebe zu, ich habe etwas gemogelt. Natürlich macht es normalerweise |
| 887 |
mehr Sinn, zwei getrennte Seiten (z.B. C<project_list> und |
| 888 |
C<project_edit>) für das Listen und Edieren zu benutzen. Aber dann hätte |
| 889 |
ich keinen Grund, ein weiteres Stückchen "syntactic sugar" zu zeigen, |
| 890 |
Präprozessorkommandos: |
| 891 |
|
| 892 |
!block perl |
| 893 |
<module name="editor"> |
| 894 |
<state keys="projectid" local="yes"/> |
| 895 |
<phtml><![CDATA[ |
| 896 |
<:header:> |
| 897 |
|
| 898 |
#if defined $S{projectid} |
| 899 |
... edit the specific project |
| 900 |
#else |
| 901 |
... show a list of projects |
| 902 |
#endif |
| 903 |
|
| 904 |
<:footer:> |
| 905 |
]]></phtml></module> |
| 906 |
!endblock |
| 907 |
|
| 908 |
Das C<module>-Element kennen wir ja schon. Diesmal deklariert es das |
| 909 |
C<editor>-Modul. Das nächste Element C<state> ist schon interessanter: |
| 910 |
hier markiert es bestimmte State-Keys (hier: C<projectid>) als C<local>, |
| 911 |
d.h. lokal zu allen Seiten, die diese Variable so markieren. Da das |
| 912 |
Hauptmodul die C<projectid> {{nicht}} als lokal markiert, wird sie beim |
| 913 |
"Klick" auf das Hauptmodul automatisch gelöscht. Hätte man stattdessen |
| 914 |
geschrieben |
| 915 |
|
| 916 |
!block perl |
| 917 |
<state keys="projectid bgcolour" preferences="yes"/> |
| 918 |
!endblock |
| 919 |
|
| 920 |
hätte man die beiden State-Keys als Voreinstellungswerte markiert, d.h. |
| 921 |
beim nächsten Aufruf würde der Benutzer das gleiche Projekt sehen (und |
| 922 |
eventuell die gleiche Hintergrundfarbe, je nachdem, was C<bgcolour> |
| 923 |
bedeutet). |
| 924 |
|
| 925 |
Die beiden "Tags", {{C:<:header:>}} und {{C:<:footer:>}}, sind eigentlich |
| 926 |
nur getarnte Funktionsaufrufe: In den Tagen vor XSLT habe ich meistens auf |
| 927 |
diese Weise ein Standard-Layout erstellt. C<header> könnte man z.B. so definieren: |
| 928 |
|
| 929 |
!block perl |
| 930 |
<macro name="header"><phtml><![CDATA[ |
| 931 |
<html> |
| 932 |
<head><title>__"Hallole"</title></head> |
| 933 |
<body> |
| 934 |
]]></phtml></macro> |
| 935 |
!endblock |
| 936 |
|
| 937 |
C<macro> definiert eine ganz normale Perl-Funktion, sie kann Argumente |
| 938 |
annehmen und Werte zurückliefern. Der einzige Unterschied ist, dass man |
| 939 |
Perl-Funktionen auf diese Weise in "phtml"-Syntax schreiben kann. Um |
| 940 |
einzelne Seiten gegen unberechtigen Zugriff zu schützen (und um noch mehr |
| 941 |
abzuschweifen) habe ich früher folgendes gemacht: |
| 942 |
|
| 943 |
!block perl |
| 944 |
<macro name="page(&)" args="$body"><phtml><![CDATA[ |
| 945 |
<html> <body> |
| 946 |
#if access_p "project_editor" |
| 947 |
<:&$body:> <!-- eigentliche seite anzeigen --> |
| 948 |
#else |
| 949 |
__"You need to login yourself first"<p> |
| 950 |
<:loginbox:> <!-- loginbox anzeigen --> |
| 951 |
#endif |
| 952 |
</body> </html> |
| 953 |
]]></phtml></macro> |
| 954 |
|
| 955 |
<module name="secure_page"><phtml><![CDATA[ |
| 956 |
<:page {:> |
| 957 |
<h1>__"Hallo"</h1> |
| 958 |
<:}:> |
| 959 |
]]></phtml></module> |
| 960 |
!endblock |
| 961 |
|
| 962 |
Gut, zurück zum Thema: Die Aufgabe ist klar: ist eine C<projectid> |
| 963 |
gegeben, soll das entsprechende Projekt ediert werden, sonst soll eine |
| 964 |
Liste von Projekten zur Auswahl angeboten werden. |
| 965 |
|
| 966 |
Das könnte man zwar mit einem C<if> lösen, es geht aber auch anders: |
| 967 |
|
| 968 |
!block perl |
| 969 |
#if <perl-ausdruck> |
| 970 |
... |
| 971 |
#elif <perl-ausdruck> |
| 972 |
... |
| 973 |
#else |
| 974 |
... |
| 975 |
#endif |
| 976 |
!endblock |
| 977 |
|
| 978 |
Das ist fast so schön wie C... *hüstel*. Jedenfalls wird es in ein |
| 979 |
hundsnormales Perl-if/elsif/else/endif umgesetzt. Die beiden Teile "edit |
| 980 |
the specific project" und "show a list of projects" werden sofort gefüllt: |
| 981 |
|
| 982 |
H3: "show a list of projects" |
| 983 |
|
| 984 |
Zuerst die Liste der Projekte. Ah, wir benötigen SQL. Nun, das ist |
| 985 |
einfach, wir brauchen nur "jede Menge" HTML auf das Problem zu werfen: |
| 986 |
|
| 987 |
!block perl |
| 988 |
<table><tr><th>__"Project"<th>__"Budget" |
| 989 |
<: |
| 990 |
my $st = |
| 991 |
sql_exec \my($id, $name, $budget), |
| 992 |
"select id, name, budget |
| 993 |
from project"; |
| 994 |
|
| 995 |
while ($st->fetch) { |
| 996 |
:><tr><td> |
| 997 |
<?slink gettext$name, |
| 998 |
projectid => $id?> |
| 999 |
<td>$budget |
| 1000 |
<: |
| 1001 |
} |
| 1002 |
:> |
| 1003 |
</table> |
| 1004 |
!endblock |
| 1005 |
|
| 1006 |
Dies erzeugt eine einfache HTML-Tabelle mit den beiden |
| 1007 |
Spaltenüberschriften "Project" und "Budget", natürlich übersetzbar. Der |
| 1008 |
Aufruf von C<sql_exec> tut drei Dinge: |
| 1009 |
|
| 1010 |
^ C<prepare>, falls notwendig (C<prepare>te Statements werden gecached). |
| 1011 |
& C<bind_columns>, auf die drei Referenzen C<\$id>, C<\$name> und C<\$budget>. |
| 1012 |
& C<execute>, um die Abfrage zu starten. |
| 1013 |
|
| 1014 |
Nun müssen wir nur noch in einer Schleife über die Zeilen iterieren |
| 1015 |
(mit dem alten DBI-Bekannten C<fetch>) und TR/TD-Zeilen ausgeben. In |
| 1016 |
der Schleife kann man sehr schön sehen, wie man zwischen Perl und HTML |
| 1017 |
umschalten kann. Keine Angst, daran gewöhnt man sich sehr schnell, vor |
| 1018 |
allem mit Syntax-Hilighting (ein weiterer Grund, auf vim umzusteigen). |
| 1019 |
|
| 1020 |
Das einzig Komplizierte ist der Aufruf von C<slink>, der einen C<A |
| 1021 |
HREF>-Link auf das C<editor>-Modul (also auf die aktuelle Seite) erzeugt |
| 1022 |
und diesem gleich noch die aktuelle Projekt-ID mitgibt. C<gettext> ist |
| 1023 |
der Runtime-Teil der C<__>-Funktion, d.h. die Funktion, die von C<__> zur |
| 1024 |
Laufzeit aufgerufen wird. Sie {{übersetzt}} das Argument, {{markiert}} es |
| 1025 |
aber nicht. |
| 1026 |
|
| 1027 |
Das Ergebnis ist ein Link, der beim Aufruf die Seite neu lädt, nur mit |
| 1028 |
dem Unterschied, dass diesmal eine Projekt-ID verfügbar ist also nicht |
| 1029 |
mehr die Liste angezeigt wird. |
| 1030 |
|
| 1031 |
H3: "edit the specific project" |
| 1032 |
|
| 1033 |
Der Rest ist nun relativ einfach: Mit C<DataRef> eine Referenz erzeugen, |
| 1034 |
mit C<editform> ein Formular, der Rest geht von alleine: |
| 1035 |
|
| 1036 |
!block perl |
| 1037 |
<:ef_begin:> |
| 1038 |
|
| 1039 |
<:my $row = new PApp::DataRef 'DB_row', |
| 1040 |
table => "project", |
| 1041 |
where => [id => $S{projectid}]:> |
| 1042 |
|
| 1043 |
<p>__"Name": <:ef_string \$row->{name}, 40:> |
| 1044 |
<p>__"Place:" <:ef_relation \$row->{place}, |
| 1045 |
"id, name from place order by 2", |
| 1046 |
0 => __"unknown":> |
| 1047 |
<p>__"Budget": <:ef_string \$row->{budget}, 8:> |
| 1048 |
<p>__"Description": <:ef_text \$row->{description}, 60, 10:> |
| 1049 |
|
| 1050 |
<:ef_constant \$row->{user}, $userid:> |
| 1051 |
|
| 1052 |
<:ef_submit __"Update":> |
| 1053 |
<:ef_end:> |
| 1054 |
!endblock |
| 1055 |
|
| 1056 |
C<new PApp::DataRef> erzeugt eine Zeilenreferenz auf die Zeile mit |
| 1057 |
dem gewünschten Projekt, C<ef_begin> und C<ef_end> umschliessen ein |
| 1058 |
Formular, C<ef_string> erzeugt ein Textfeld in der gewünschten Breite |
| 1059 |
während C<ef_text> ein C<textarea>-Element erzeugt. C<ef_submit> sollte |
| 1060 |
selbsterklärend sein. |
| 1061 |
|
| 1062 |
Habe ich was vergessen? Oh ja, der Ort ist ja in einer separaten Tabelle, |
| 1063 |
in C<project> wird ja nur die ID des Ortes gespeichert. Für solche |
| 1064 |
Relationen gibt es bei C<editform> das C<ef_relation>-"Element". Man |
| 1065 |
übergibt einen SQL-Ausdruck, der zwei Spalten (ID und Name) liefert |
| 1066 |
und optional ein paar weitere Paare (z.B. kann man auch "unbekannt" |
| 1067 |
angeben). Als Ergebnis erhält man ein C<select>-Element in HTML. |
| 1068 |
|
| 1069 |
Als letztes wird ein Formularfeld noch mit einer Konstanten (die der |
| 1070 |
Benutzer nicht ändern kann) gefüllt, in diesem Fall wird das Feld |
| 1071 |
C<user> auf die aktuelle C<userid> gesetzt, so weiss man immer, wer den |
| 1072 |
Datensatz zuletzt verändert hat. |
| 1073 |
|
| 1074 |
Wer Formulare in anderen Sprachen (WML...) benötigt, kann sich seien |
| 1075 |
eigenen Elemente basteln: C<editform> ist es grundsätzlich egal, wie die |
| 1076 |
Syntax ist, solange das Schnittstellenmodul von PApp die Daten dekodieren |
| 1077 |
kann. |
| 1078 |
|
| 1079 |
H2: Aufgemotzt hält besser |
| 1080 |
|
| 1081 |
Bis jetzt war alles noch langweilige Grundlagen. Vor allem ist |
| 1082 |
Standard-HTML doch soo langweilig: die Tabellen sind nicht farbig |
| 1083 |
hinterlegt, um das Lesen zu erleichtern. Und die C<header>- und |
| 1084 |
C<footer>-Methode ist auch nicht gerade ein flexibles Layout-Werkzeug. |
| 1085 |
|
| 1086 |
Deshalb{{}}: XSLT muss her ("eXtensible StyLesheet Transformations"). Und weil |
| 1087 |
ich so anspruchsvoll bin, gleich zwei Stylesheets: eins ohne aufwendige |
| 1088 |
Grafik zum benutzen und eins mit vielen farbigen Elementen zum verkaufen |
| 1089 |
("bunt haben wollen"). |
| 1090 |
|
| 1091 |
Zuerst müssen wir das Stylesheet laden: |
| 1092 |
|
| 1093 |
!block perl |
| 1094 |
<perl><![CDATA[ |
| 1095 |
$stylesheet[0] = $papp->load_stylesheet("demo/demo1"); |
| 1096 |
$stylesheet[1] = $papp->load_stylesheet("demo/demo2"); |
| 1097 |
]]></perl> |
| 1098 |
!endblock perl |
| 1099 |
|
| 1100 |
Naja, zuerst müsste man es schreiben oder besser klauen. Ausserdem muss |
| 1101 |
man es nicht zuerst laden, aber darüber gehe ich einfach mal hinweg... |
| 1102 |
|
| 1103 |
Das C<perl>-Element ist übrigens {{nicht}} in einem Modul: Perl-Code, |
| 1104 |
der nicht in ein Modul gesteckt wird, wird beim Laden der Applikation |
| 1105 |
ausgeführt, d.h. ganz ähnlich wie ein Perl-Modul. Zu diesem Zeitpunkt |
| 1106 |
kann man aufwendige Initialisierungen machen bzw. Dateien nachladen, die |
| 1107 |
man später braucht. |
| 1108 |
|
| 1109 |
Wie wendet man diese "Stylesheets" nun an? Ganz einfach, man packt alle |
| 1110 |
Module, die "gestyled" werden sollen, in ein C<style>-Element: |
| 1111 |
|
| 1112 |
!block perl |
| 1113 |
<style apply="output" expr="$stylesheet[ $S{style} ]"> |
| 1114 |
|
| 1115 |
<module name=""><phtml><![CDATA[ |
| 1116 |
<p/><?slink __"To the edito... |
| 1117 |
<p/><?slink __"Edit projec... |
| 1118 |
]]></phtml></module> |
| 1119 |
|
| 1120 |
... |
| 1121 |
</style> |
| 1122 |
!endblock perl |
| 1123 |
|
| 1124 |
Das C<apply> bezieht sich auf den Zeitpunkt, zu dem das Stylesheet |
| 1125 |
angewendet werden soll. C<apply="output"> bestimmt, dass das Stylesheet |
| 1126 |
kurz vor der Ausgabe angewendet werden soll. Normalerweise würde man nun |
| 1127 |
den Dateinamen des Stylesheets mit C<src="pfad"> angeben, da wir aber |
| 1128 |
zwischen zwei Stylesheets hin- und herschalten wollen, geben wir mit |
| 1129 |
C<expr> einen Perl-Ausdruck an, der ein Stylesheet-Objekt als Ergebnis |
| 1130 |
haben (sollte). Das muss {{natürlich}} auch kein XSLT-Stylesheet sein, |
| 1131 |
aber wem sage ich das... |
| 1132 |
|
| 1133 |
Das Modul ist übrigens (bis auf die durch "..." angedeuteten Lücken) |
| 1134 |
vollständig, d.h. der Kopf mit Titel und Sprachumschalter (sowie |
| 1135 |
Stylesheet-Umschalter) wird durch das Stylesheet hinzugefügt. |
| 1136 |
|
| 1137 |
H1: Tinychat - ein kleiner Chat in 20 Zeilen |
| 1138 |
|
| 1139 |
Zum Schluss noch ein sehr einfaches Beispiel: C<macro/tinychat.papp> ist |
| 1140 |
ein sehr einfaches Chat-Fenster: Es zeigt die letzten fünf Eingabezeilen |
| 1141 |
an, gefolgt von einer Eingabebox. Der Chat-Inhalt ist systemweit, d.h. auf |
| 1142 |
allen Servern in einem PApp-System ist immer derselbe Text, man kann diese |
| 1143 |
"Chatbox" also in beliebige Programme einbauen. |
| 1144 |
|
| 1145 |
!block perl |
| 1146 |
<macro name="tinychat*()"><pxml><![CDATA[ |
| 1147 |
#if $A{tinychat_submit} && $P{input} && !reload_p |
| 1148 |
<: |
| 1149 |
lockenv { |
| 1150 |
my $r = getenv "TINYCHAT"; |
| 1151 |
shift @$r while @$r > 5; |
| 1152 |
push @$r, escape_html sprintf "%s: %s", |
| 1153 |
username || "<ANON$userid>", $P{input}; |
| 1154 |
setenv "TINYCHAT", $r; |
| 1155 |
}; |
| 1156 |
:> |
| 1157 |
#endif |
| 1158 |
<: |
| 1159 |
my $r = getenv "TINYCHAT"; |
| 1160 |
echo map "<tt>$_</tt><br />", @$r; |
| 1161 |
:> |
| 1162 |
<br /> |
| 1163 |
<?sform -tinychat_submit => 1:>__"Chat: "<?textfield "input":><?endform:> |
| 1164 |
]]></pxml></macro> |
| 1165 |
!endblock |
| 1166 |
|
| 1167 |
Zuallererst ist C<tinychat> nur eine Funktion, teilt sich also den |
| 1168 |
Namensraum mit dem Aufrufer. Tinychat ist so winzig und so schlecht |
| 1169 |
konfigurierbar, dass das Sinn macht... Sehen wir uns mal den Teil an, der |
| 1170 |
die Ausgabe erledigt: |
| 1171 |
|
| 1172 |
!block perl |
| 1173 |
<: |
| 1174 |
my $r = getenv "TINYCHAT"; |
| 1175 |
echo map "<tt>$_</tt><br />", @$r; |
| 1176 |
:> |
| 1177 |
!endblock |
| 1178 |
|
| 1179 |
Die Texte sind in einer "Environment"-Variable gespeichert. Diese |
| 1180 |
Variablen sind global für das gesamte PApp-System und könenn auch |
| 1181 |
ausserhalb von PApp abgefragt bzw. verändert werden. Das ganze ist also |
| 1182 |
eher ein System zur asynchronen Kommunikation. Neben normalen Strings kann |
| 1183 |
man alles darin ablegen, was irgendwie serialisierbar ist, insbesondere |
| 1184 |
eine Array-Referenz, in der die einzelnen Zeilen sind. |
| 1185 |
|
| 1186 |
Zur Ausgabe wird also lediglich die Variable C<PAPP_TINYCHAT> ausgelesen |
| 1187 |
und die einzelnen Zeilen in ein "<tt>zeile</tt><br />" gepackt. |
| 1188 |
|
| 1189 |
Fehlt noch das Eingabefeld: |
| 1190 |
|
| 1191 |
!block perl |
| 1192 |
<?sform -tinychat_submit => 1:> |
| 1193 |
__"Chat: " |
| 1194 |
<?textfield "input":> |
| 1195 |
<?endform:> |
| 1196 |
!endblock |
| 1197 |
|
| 1198 |
Hier wird kein C<editform> benutzt: Der Overhead ist im Vergleich |
| 1199 |
zum Gewinn (es gibt keinen) zu gross. Die Funktion C<sform> |
| 1200 |
(die auch von C<ef_begin> benutzt wird) gibt das einleitende |
| 1201 |
C<FORM>-Tag aus. Dann folgt der Text C<Chat:> und ein ganz normales |
| 1202 |
HTML-C<INPUT>-Element. C<endform> schleisslich gibt ein "</FORM>" aus und |
| 1203 |
existiert eigentlich nur aus Symmetrie. |
| 1204 |
|
| 1205 |
Das Eingabefeld heisst C<input>. Was passiert, wenn wir sonst noch |
| 1206 |
ein C<input>-Feld haben und dieses andere Feld submittet wird? Kein |
| 1207 |
Problem{{}}: Wir übergeben C<sform> einfach ein Argument, das nur dazu |
| 1208 |
dient, die Information "Tinychat-Formular ist gemeint" zu übertragen. |
| 1209 |
|
| 1210 |
Ganz nebenbei: C<sform> ist - wie sehr viele PApp-Funktionen - sehr |
| 1211 |
einfach definiert: |
| 1212 |
|
| 1213 |
!block perl |
| 1214 |
PApp::HTML::_tag "form", { method => 'GET', action => &surl }; |
| 1215 |
!endblock |
| 1216 |
|
| 1217 |
Nun zum Teil, der die Eingabezeile nach dem Abschicken hinzufügt: |
| 1218 |
|
| 1219 |
!block perl |
| 1220 |
#if $A{tinychat_submit} && $P{input} && !reload_p |
| 1221 |
<: |
| 1222 |
lockenv { |
| 1223 |
my $r = getenv "TINYCHAT"; |
| 1224 |
shift @$r while @$r > 5; |
| 1225 |
push @$r, escape_html sprintf "%s (%s): %s", |
| 1226 |
username || "<ANON$userid>", $P{input}; |
| 1227 |
setenv "TINYCHAT", $r; |
| 1228 |
}; |
| 1229 |
:> |
| 1230 |
#endif |
| 1231 |
!endblock |
| 1232 |
|
| 1233 |
Die erste Zeile testet drei Dinge: |
| 1234 |
|
| 1235 |
^ Es muss "unser" Formular sein; das erkennt man daran, dass der Parameter |
| 1236 |
C<tinychat_submit> logisch wahr ist. |
| 1237 |
& Die Eingabe sollte nicht leer sein (o.k. "0" ist auch nicht erlaubt). |
| 1238 |
& Die Seite sollte nicht das Ergebnis eines "Reloads" sein. |
| 1239 |
|
| 1240 |
Der letzte Punkt bedarf einer Erklärung: PApp weiss, wie oft eine |
| 1241 |
Seite angefordert wurde und teilt dies über die Funktion C<reload_p> |
| 1242 |
mit, die die Anzahl der Seitenaufrufe für {{dieselbe}} Seite minus |
| 1243 |
eins zurückliefert. Ist diese Zahl ungleich null, wurde der Code schon |
| 1244 |
ausgeführt. |
| 1245 |
|
| 1246 |
Das eigentliche hinzufügen ist Standard: Variable holen, alte Zeilen |
| 1247 |
rauslöschen, neue Zeile hinzufügen, Variable auf neuen Wert setzen. |
| 1248 |
|
| 1249 |
Die Funktion C<lockenv>, in die die Manipulation eingeschlossen ist, |
| 1250 |
schützt das Programm gegen gleichzeitige Modifikationen anderer |
| 1251 |
Webserver, d.h. die Operation wird atomar. C<escape_html> quoted das |
| 1252 |
Argument. Die Funktion C<username> (aus dem C<macro/admin>-Paket) liefert |
| 1253 |
den Namen des Benutzers, falls dieser einen besitzt. Ansonsten nimmt |
| 1254 |
Tinychat C<ANON> + die numerische User-ID, die jedem Benutzer zugeteilt |
| 1255 |
wird. |
| 1256 |
|
| 1257 |
H1: Die Nachteile |
| 1258 |
|
| 1259 |
Bei allen Vorteilen, es gibt auch Nachteile... die packe ich ans Ende und |
| 1260 |
fasse mich auch gerne sehr kurz: |
| 1261 |
|
| 1262 |
H2: Die Lizenz (Oder doch ein Vorteil?) |
| 1263 |
|
| 1264 |
Tja, PApp war doch tatsächlich mal GPL, und zwar zu einer Zeit, zu der |
| 1265 |
wir es praktisch nur als CGI-Krücke verwendet haben. Inzwischen hat |
| 1266 |
sich PApp gemausert und wurde zu einem unserer Standbeine. Als eine |
| 1267 |
andere Firma versuchte, uns mit unserem Produkt Konkurrenz bei unseren |
| 1268 |
Kunden zu machen ("wir können da einfach ein paar Dutzend Programmierer |
| 1269 |
dransetzen"), mussten wir leider handeln. |
| 1270 |
|
| 1271 |
Die "PApp Public License" ist so ähnlich wie die MySQL Public License, |
| 1272 |
d.h. wer sie privat einsetzt (bzw. für die Forschung und Lehre oder |
| 1273 |
für eine not-for-profit-Organisation), darf PApp weiterhin kostenlos |
| 1274 |
nutzen. Wer kräftig Kohle damit macht, muss uns einen Teil davon abgeben |
| 1275 |
(die eigentliche Lizenz ist etwas länger ;). |
| 1276 |
|
| 1277 |
Langfristig ist geplant, PApp wieder in GPL oder besser zu |
| 1278 |
überführen. Mittelfristig muss man damit Leben ;) |
| 1279 |
|
| 1280 |
H2: Die Abhängigkeiten |
| 1281 |
|
| 1282 |
Zur Zeit gibt es keine Perl-Release, die annähernd mit UTF8 |
| 1283 |
zurechtkommt. Z.Zt. (d.h. buchstäblich in dieser Minute) benötigt |
| 1284 |
PApp perl-5.7.0-DEVEL7952 oder ein paar hundert Patches davor oder |
| 1285 |
danach. Demnächst wird auf DEVEL8xxx umgestellt (z.Zt. gibt es einige |
| 1286 |
Bugs, die dies verhindern). PApp funktioniert zwar wunderbar, aber eben |
| 1287 |
nur, wenn die restlichen Komponenten aufeinander abgestimmt sind. |
| 1288 |
|
| 1289 |
H2: MySQL |
| 1290 |
|
| 1291 |
Das Grundsystem von PApp benötigt zwar kein MySQL, einige Module |
| 1292 |
(z.B. C<PApp::Env>) dagegen (aus Geschwindigkeitsgründen) schon. |
| 1293 |
Möchte man also eine einfache Installation und alle Features empfiehlt |
| 1294 |
sich MySQL, zumindest für die PApp-interne Datenbank selbst. Ansonsten |
| 1295 |
arbeitet PApp mit allen Datenbanken, die ein DBI-Interface aufweisen, ohne |
| 1296 |
Probleme. |
| 1297 |
|
| 1298 |
H2: Geschmackssache |
| 1299 |
|
| 1300 |
PApp ist etwas sehr persönliches - ich habe meine eigenen Vorstellungen |
| 1301 |
davon, wie Web/CGI etc. funktionieren sollte, darin verwirklicht. Es |
| 1302 |
hat meine Motivation (die sich mit "nie wieder CGI" zusammenfassen |
| 1303 |
liess) gewaltig gesteigert - Ein einfaches aber dennoch komplettes |
| 1304 |
Content-Management-System kann man in weniger als 500 Zeilen hinlegen - |
| 1305 |
für mich ein wichtiger Faktor, denn ich hasse nichts mehr, als das Rad |
| 1306 |
jedesmal neu erfinden zu müssen. |
| 1307 |
|
| 1308 |
Da ich bekannt bin für meinen etwas merkwürdigen Geschmack (sagt man |
| 1309 |
mir) muss das {{wie}} nicht unbedingt jedem gefallen. |
| 1310 |
|
| 1311 |
A1: Referenzen |
| 1312 |
|
| 1313 |
* {{http://papp.plan9.de/}}. Die PApp-Homepage. |
| 1314 |
|
| 1315 |
A1: XSLT-Quelltext "Text-Only-Layout" |
| 1316 |
|
| 1317 |
Dies und das folgende XSLT-Stylesheet kratzen nur an der Oberfläche |
| 1318 |
dessen, was mit XSLT möglich ist. |
| 1319 |
|
| 1320 |
!block verbatim |
| 1321 |
<xsl:stylesheet version="1.0" |
| 1322 |
xmlns:xsl="http://www.w3.org/1999/XSL/Transform" |
| 1323 |
xmlns:papp="http://www.plan9.de/xmlns/papp" |
| 1324 |
> |
| 1325 |
|
| 1326 |
<xsl:output method="html" omit-xml-declaration='yes' media-type="text/html" encoding="utf-8"/> |
| 1327 |
|
| 1328 |
<xsl:template match="papp:module"> |
| 1329 |
<html> |
| 1330 |
<title><xsl:value-of select="@module"/></title> |
| 1331 |
<body> |
| 1332 |
<?slink "English", "/lang" => 'en':> |
| 1333 |
<xsl:text> </xsl:text> |
| 1334 |
<?slink "Deutsch", "/lang" => "de":> |
| 1335 |
<br/> |
| 1336 |
<?slink __"Fancy", style => 1:> |
| 1337 |
|
| 1338 |
<hr/> |
| 1339 |
<xsl:apply-templates/> |
| 1340 |
<hr/> |
| 1341 |
<:debugbox:> |
| 1342 |
</body> |
| 1343 |
</html> |
| 1344 |
</xsl:template> |
| 1345 |
|
| 1346 |
<xsl:template match="node()|@*"> |
| 1347 |
<xsl:copy> |
| 1348 |
<xsl:apply-templates/> |
| 1349 |
</xsl:copy> |
| 1350 |
</xsl:template> |
| 1351 |
|
| 1352 |
</xsl:stylesheet> |
| 1353 |
!endblock |
| 1354 |
|
| 1355 |
A1: XSLT-Quelltext "Superbunt und Superhässlich-Layout" |
| 1356 |
|
| 1357 |
!block verbatim |
| 1358 |
<xsl:stylesheet version="1.0" |
| 1359 |
xmlns:xsl="http://www.w3.org/1999/XSL/Transform" |
| 1360 |
xmlns:papp="http://www.plan9.de/xmlns/papp" |
| 1361 |
> |
| 1362 |
|
| 1363 |
<xsl:output method="xhtml" omit-xml-declaration='yes' media-type="text/html" encoding="utf-8"/> |
| 1364 |
|
| 1365 |
<xsl:template match="papp:module"> |
| 1366 |
<html> |
| 1367 |
<title><xsl:value-of select="@module"/></title> |
| 1368 |
<body link="#a000000" alink="#a00000" vlink="#a00000" text="#000000" bgcolor="#ffffb4"> |
| 1369 |
<?slink "English", "/lang" => 'en':> |
| 1370 |
<xsl:text> </xsl:text> |
| 1371 |
<?slink "Deutsch", "/lang" => "de":> |
| 1372 |
<br/> |
| 1373 |
<?slink __"Plain", style => 0:> |
| 1374 |
<table bgcolor='#ffff00' border="1"><tr> |
| 1375 |
#if $PApp::module ne "" |
| 1376 |
<td><?slink __"[MAIN PAGE]", "":></td> |
| 1377 |
#endif |
| 1378 |
#if $PApp::module ne "editor" or $S{projectid} |
| 1379 |
<td><?slink __"[PROJECTS]", "editor", projectid => undef:></td> |
| 1380 |
#endif |
| 1381 |
</tr></table> |
| 1382 |
<xsl:if test="@module=''"> |
| 1383 |
<h1>__"Demo"</h1> |
| 1384 |
__"Welcome to our pages..." |
| 1385 |
</xsl:if> |
| 1386 |
<table bgcolor="#ffffff" border="5" cellpadding="20"><tr><td> |
| 1387 |
<xsl:apply-templates/> |
| 1388 |
</td></tr></table> |
| 1389 |
<hr/> |
| 1390 |
<font size="1">Copyright whatever, whenever etc...</font> |
| 1391 |
</body> |
| 1392 |
</html> |
| 1393 |
</xsl:template> |
| 1394 |
|
| 1395 |
<xsl:template match="node()|@*"> |
| 1396 |
<xsl:copy> |
| 1397 |
<xsl:apply-templates/> |
| 1398 |
</xsl:copy> |
| 1399 |
</xsl:template> |
| 1400 |
|
| 1401 |
</xsl:stylesheet> |
| 1402 |
!endblock |
| 1403 |
|
| 1404 |
|